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“Tausend Dank Serafico carissimo für Ihren Brief…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Data completa:

1922 mar. 23

Descrizione:

Briefwechsel: n. 361

Trascrizione:

Tausend Dank Serafico carissimo für Ihren Brief und das Gedicht (sehr schön) von d'Annunzio - Könnte ich nur bald die Elegien hören - falls ich wie ich hoffe zu den Kindern fahren kann muß ich Sie jedenfalls sehen. Wie und wo bestimmen wir noch. Ich möchte am 10 April von hier abdampfen oder vielmehr abradeln - mit Erich und Maridl nach Venedig. Dann falls Erich nicht mitkann den guten Professor der in Villach spielen wird, herbeirufen und nach Rom sausen - Viel Zeit werd ich nicht haben, da ich dann doch noch ein wenig in Venedig sein möchte. - Ich schreibe Ihnen und halte Sie au courant. Hier Musik a più non posso - Gestern mittags herrliches Brahmsconzert von Furtwängler unübertrefflich dirigirt. Abends Wohlthätigkeitsconzert mit Strauß als Dirigenten in dem fabelhaft schönen Saal der alten Universität - Ich kenne kaum einen schöneren Raum - von colossalen Dimensionen, die ganzen Wände aus grauem Marmor und Marmorino, mit Säulen, Statuen, haut-reliefs, stuc Ornamenten und einem Plafond von einem Schüler von Tiepolo von unbeschreiblichem Reichtum und wundervoller Farbenpracht - Das sollten Sie sehen - es ist eine der schönsten Sachen in Wien, und sehr wenig bekannt. Kassner sehe ich viel. Sein Buch ist da - hat mir einen großen tiefen Eindruck gemacht. Aber seine Frau ist gar nie mehr da - Wissen Sie was darüber? Er ist sehr heiter, ganz besonders guter Dinge. Serafico carissimo ich muß schließen, Kassner und Furtwängler kommen zum Gabelfrühstück - Professor auch hier, spielt wunderbarer denn je, aber die Zeit ist sehr schlecht für Conzerte und er macht mir Sorgen. Alles alles Liebe! MT Pascha bei seinen Kindern in Gstaad.
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