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“Meine theuere Fürstin, ich bin nicht sehr befreundet mit meinem Tisch…”

Sottoserie:

Lettere di Rainer Maria Rilke a Marie Thurn und Taxis

Segnatura:

10

Data completa:

1925 feb. 03

Descrizione:

Briefwechsel: n. 422

Trascrizione:

Meine theuere Fürstin, ich bin nicht sehr befreundet mit meinem Tisch im Hôtelzimmer, auch find ich mich, zwischen allen hiesigen Ansprüchen und Pflichten, so selten an ihm, daß an ein richtiges Schreiben nicht zu denken ist; obwohl viel viel zu erzählen wäre! (Ich habe Mme de Noailles wiedergesehen, und wir haben jene erste Begegnung gegenseitig in uns aufgerufen; es freute mich, daß sie auch in ihr ganz und gar vorhanden war: daß dabei Ihrer gedacht wurde, ist selbstverständlich ... Ich sah und sehe täglich ein ganzes Personenverzeichnis, ausreichend für fünf Akte. Unter anderen Boni de Castelane, der mich sehr amüsiert und seine süperbe Schwiegertochter die Csse Jean de Castelane ...) Aber, das wird kein Bericht. Dagegen: ich habe Charles Du Bos (einen hier sehr geschätzten Kritiker, der zu den älteren Bekannten Kassner‘s gehört) von Ihren vortrefflichen Übertragungen zweier Bücher K(assner)‘s gesprochen; er wünscht dringend Ihre französische Version kennen zu lernen und es ist sehr möglich, daß er sie veröffentlichen wird in einer Sammlung von Ausländischen Autoren, die er zu begründen im Begriff ist. Ich depeschiere Ihnen hier diese Bitte: mir so rasch als möglich Ihre beiden Manuscripte des «Dilettantismus» und der «Elemente», womöglich mit den Büchern, zukommen zu lassen: ich unterhalte inzwischen das heiße Eisen in der Du Bos‘schen Schmiede! Kassner‘s alte Freunde hängen sehr an der Erinnerung an ihn, wissen aber wenig von seinen späteren großen Publikationen. Es ist wichtig und gut, sie ein wenig zu unterrichten: ils ne demandent pas mieux! In Erwartung Ihrer Sendung und womöglich eines kleinen Worts über Ihr Ergehen, bin ich, verehrte Fürstin, Ihr alter D.S.
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