passa al contenuto principale

“Lieber Serafico. Sie sind gewiss empört…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Segnatura:

126

Data completa:

1918 giu. 04

Descrizione:

Briefwechsel: n. 291

Trascrizione:

Lieber Serafico - Sie sind gewiß empört und ganz gegraust über mich - Aber - von einem Moment zum andern hat es sich entschieden daß Pascha sich wieder zur italienischen Front gemeldet hat; Sie können sich denken daß mir diese Thatsache keine besondere Freude macht ... So lange er noch hier bleibt (er muß auf seine Eintheilung warten), bleibe ich auch bei ihm hier. Ich weiß. Sie begreifen mich - und dann wird es spät sein - und Kassner geht weg? wie er mir telegrafirte, und dann würde mir jede Verzögerung von Nachrichten sehr nahe gehen - Wenn er nach Sofia gegangen wäre, wäre es eben anders gewesen - Ich weiß also nicht wie lange ich hier bleib, und gehe dann wahrscheinlich nach Lautschin. Und ich hätte Ihnen vieles zu sagen gehabt - viel merkwürdiges - Schreiben Sie mir daß Sie nicht wuthentbrannt sind - mir ist ja auch furchtbar leid. Und was für eine Catastrophe ist nicht in der Form eines Ordens auf Sie hereingebrochen Serafico carissimo ... ich sehe Sie! Ich schreibe Ihnen da ich nicht weiß ob Kassner noch in M(ünchen) ist; sagen Sie ihm warum ich nicht komme - Das ist auch in meinem Karma diese ewigen Projecte qui n‘aboutissent pas - Traum im Traum. Alles Herzliche! MT Gestern hat das Brautpaar, Aline Dietr(ichstein) und Wolf Kühnburg hier gegabelt. Beide strahlen, lieben sich seit 4 Jahren, er sehr nett und scheint intelligent, war schwer blessirt. Sie werden keinen Knopf haben, aber sie sind selig.
Torna su