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“Lieber Serafico. Ich überschwemme Sie mit Briefen…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Segnatura:

109

Data completa:

1915 dic. 02

Descrizione:

Briefwechsel: n. 233

Trascrizione:

Lieber Serafico - ich überschwemme Sie mit Briefen - aber voilà ce dont il s‘agit. Letzthin hat Bartsch hier soupirt und als ich ihm von Ihren «Turnauer» Möglichkeiten sagte, war er starr!! Aber natürlich habe ich ihm gleich versichert daß es, meiner Ansicht nach, ganz gewiß nicht dazu kommt. Doch für den unwahrscheinlichen Fall läßt er Ihnen sagen daß er ganz sicher ist Ihnen einen bequemen Posten hier im Kriegsarchiv sichern zu können - ich glaube Sie hätten da sehr wenig, wenn überhaupt etwas, zu thun und wären auf keine Weise sekirt. Wäre Ihnen das recht eventuell? Bitte antworten Sie mir darüber damit er sich eventuell vorbereiten kann. In Turnau wären Sie doch ausgeliefert. Bartsch kommt mir vor wie ein herzensgutes naïves Kind, welches keine sehr gute Kinderstube gehabt hat, sehr nervos ist, und zu viel schreit (momentan) aber entschieden gut. Er hat mich sehr gebeten «Er» zu lesen - ich habe ihm nicht gesagt gehabt daß ich nach den ersten Seiten das Buch weggelegt hatte - (Serafico lachen Sie nicht! wie schreibt man: Seiten oder Saiten?? Der Teufel soll die deutsche Ortographie holen, eine jede andere ist mir leichter!) So habe ich es fertig gelesen - Zuletzt kommt Christus mit Pan zusammen - Denken Sie! so etwas zu wagen! aber ich muß sagen daß hie und da ein tiefer rührender Accord klingt - und dann gleich fahrt es wieder mit allen spitzen Nägeln aufs Glas daß einem alle Zähne weh thun. Also bitte antworten Sie gleich wegen Kr(iegs) Archiv, und sagen Sie auch ungefähr wann en cas que. Gestern habe ich einen Brief von Pascha vom 29ten erhalten - aber von Duino schon lange nichts. Alles Herzliche D. S. von uns allen! MT
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