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“Hier, Dottor Serafico, die sämmtlichen Übersetzungen…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Segnatura:

68

Data completa:

1913 ago. 10 ?

Descrizione:

Briefwechsel: n.161

Trascrizione:

Hier, Dottor Serafico, die sämmtlichen Übersetzungen die ich Damerini senden will - Ich möchte noch Ihren endgültigen Segen dazu!!! - Ich hätte Ihnen viel lieber selbst den Orfeo vorgelesen - und «Cavalca il cavalier in negro acciaio» - aber da hilft kein Weinen - Ich habe noch ein paar andere, und die erste Elegie, die ich aber nicht sende. Ich war sehr erfreut weil Placci den wir hier hatten, sehr einverstanden war, und über ’n Orfeo speziell sehr ergriffen. Es war so wunderbar daran zu arbeiten - Übrigens Nr VII habe ich jetzt geschrieben - bitte sagen Sie mir was Sie finden speziell über den geliebten Orfeo. Tausend Dank für Ihre wunderbaren Übersetzungen von Louïse Labbé - ich wußte nichts von ihr - aber oh Dottor Serafico, wann kommt die dritte Elegie? Die muß kommen - die muß kommen! die muß kommen! Ich denke in September wieder in Duino zu sein - Vielleicht erscheinen Sie einmal wieder dorten das «Uralte Wehn vom Meer» ruft Sie zum alten Felsennest. Jetzt haben wir Ebbe hier gehabt - alles ist weg - auch Kassner - er hat mir einen lieben langen Brief seitdem geschrieben - ebenso Placci der jetzt wohl schon in St. Moritz ist. Bald verlassen uns auch die lieben Kleinen, darum will ich dann gleich weg. - Pascha spielt im Nebenzimmer melancholische Weisen - und dieser traurige melancholische kalte Sommer ist bald auch vorüber. Das sind so die Tage wo dieser Panzer von heiterer Lebensbejahung den ich für die meisten Menschen trage, auf einmal Risse kriegt - Aber man flickt sie wieder! Ich wollte Ihnen erzählen daß, durch zwei Abende, Pascha wieder zu schreiben probirte. Kassner stellte ihm /Pascha/ unbewußte Fragen und merkwürdig treffend, ironisch fast demüthigend waren die Antworten - sie frappirten ihn sehr - den nächsten Tag fragte er (wieder für sich) - «Bist Du derselbe wie gestern abends?» «Und Dein Herr» lautete die Antwort. Das übrige war durch Titi ’s und Maxens Anwesenheit eher gestört - obwohl auch da einiges merkwürdiges kam. Dann hatte Pascha wieder solche Schmerzen im Arm daß er aufhören mußte - und es ist mir lieber so. Ich habe - wahrscheinlich von Blackwood selbst - sein letztes Buch «A prisoner infairyland» - erhalten - Und ich komme absolut nicht weiter, finde alle Fehler von «Onkel Paul» ins zehnfache vergrößert - ich kann nicht weiter kommen - wie schade! Ich lese soeben wieder Ihren Brief durch und sehe daß Sie eine Planchette haben - möchten - ich werde schauen ob ich Ihnen eine aus England verschreiben kann. Meine kleine wurde mir geschenkt - ich weiß also nicht wo man sie findet. Haben Sie in letzter Zeit etwas von-der«Unbekannten» gehört, I wonder?! Sie müssen mir dieses Schreibpapier verzeihen - Ich war zu faul um mir ein anderes zu holen. - Ich probire Ihnen dieß alles recommandirt zu schikken, aber traue mir nicht das Manuscript der übersetzten Sonette dazu zu thun. Bitte schreiben Sie mir wohin Sie sie haben wollen. Und alles Liebe, Dottor Serafico, von allen Lautschinern. Hoffentlich auf baldiges Wiedersehen! MT
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