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“Was geschieht mit Ihnen, Dottor Serafico?…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Segnatura:

64

Data completa:

1913 mag. 23 ?

Descrizione:

Briefwechsel: n. 154

Trascrizione:

Was geschieht mit Ihnen, Dottor Serafico? Was machen Sie, wo sind Sie? ganz in der Ferne schwebend kommt mir vor - sehr weit - Und das ist mir nicht recht; Sie haben mir auch gar nicht geantwortet ob wir auf Sie rechnen können für den Sommer, und ich zittere daß Sie gar nicht mehr daran denken! Sie sehen wo ich bin. Ich schreibe Ihnen in meinem kleinen Salon, bei offenem Fenster - alles Blaue vom Himmel und vom Meer kommt herein und dazu habe ich fabelhafte Rosen überall - so schön wie heuer waren sie noch nie (die Rosen nämlich, Dottor Serafico - sonst bei Ihrer bekannten Einbildung denken Sie ich habe Sie auf magischem Wege soeben erblickt.) - Ich bin seit einer Woche hier, leider kann ich nur bis anfangs Juni bleiben - fahre dann wahrscheinlich nach Venedig und von dorten nach Lautschin. Kassner kommt am 1ten Juli wahrscheinlich auch Placci, Titi, Vera, wie gewöhnlich. Ich habe recht mühsame Zeiten durchgemacht, vieles zu thun gehabt, das alles erzähle ich Ihnen wenn wir Sie erwischen. Ihre Elegien habe ich einer sehr netten jungen Ungarin (Gfin Festetics geb. Gfin Károlyi) die für Sie schwärmt vorgelesen - es war Kassner und noch ein paar Leute dabei - großer Enthusiasmus - Ich bin froh hier etwas Ruhe zu haben - seien Sie nicht faul und schreiben Sie mir gleich Ihre Projecte - J‘ai une raison pour vous les demander. Dottor Serafico gestern in Triest habe ich eine entzückende kleine, signirte Federzeichnung von Domenico Tiepolo gefunden; ein Centaur mit einer Faunin. Der einzige Trost im Leben sind doch die Antiquare. In Eile die allerherzlichsten Grüße! MT Alex ist hier, läßt Ihnen alles Liebe sagen.
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