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“Sie haben mir einen wunderbaren Brief geschrieben…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Segnatura:

217

Data completa:

1926 ago. 08

Descrizione:

Briefwechsel: n. 459

Trascrizione:

Sie haben mir einen wunderbaren Brief geschrieben Serafico carissimo aber ich schreibe Ihnen eine wuthschnaubende Epistel - aber die Wuth gegen mich gekehrt - denn wie Sie sehen bin ich noch hier!! und verliere fast die Hälfte der Zeit welche ich in Lautschin mit meinen Enkeln haben sollte. Es ist zu lange Ihnen zu erzählen wieso und warum - noch hier und nicht am Semmering etc - kurz ich habe mit meiner bronchitis wieder angefangen und konnte nicht reisen! Heute sagt mir Steinlechner daß ich - unberufen - in Ordnung bin - muß mich aber sehr in Acht nehmen um nicht wieder da capo zu genießen - Also wenn es gut geht hoffe ich in 4-5 Tagen in L(autschin) sein zu können wo schon alles versammelt ist - Pascha und seine 3 - Alexander, Lori, - Max und Titi - am 10ten soll Kassner eintreffen. Alex mußte vorgestern nach Hause, so sitze ich hier in einsamer Herrlichkeit mit dem Professor, der sich morgen wie es scheint einer kleinen aber geheimnißvollen Operation unterziehen muß, mit Josef der sich den Daumen durch Primeln vergiftet hat, mit meiner «Symphonie» welche eine Arsenic-Kur unternehmen soll, und endlich mit meinem Secretär qui ressemble à un pisse-en-lit, parce qu‘il a la jaunisse. Et voila! Um mich zu trösten trachte ich mir Paris mit Ihnen vorzustellen - Lori ist angekommen und schon wieder weiter gefahren - Mariedl habe ich das Buch mit Ihren Gedichten geschickt. Hat sie sich bedankt, das Gänschen? Genug für heute - werde Ihnen nächstens ordentlich schreiben - indessen alles Liebe und Herzliche MT
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