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“Dottor Serafico! Ja das war zu schade…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Segnatura:

93

Data completa:

1914 dic. 04

Descrizione:

bordata a lutto Briefwechsel: n. 206

Trascrizione:

Dottor Serafico! Ja das war zu schade, und auch ich hätte Sie so gerne gesehen -hätte Ihnen auch einiges von der «Unbekannten» erzählt - Ach D. S. was für schwere Zeiten - ich sollte nicht klagen denn Erich ist hier, und ich habe endlich (nach drei Wochen!) Nachrichten von Pascha in Serbien - das ist wohl die Hauptsache - Aber wie lange mein Gott, wie lange wird es noch dauern - und was wird nachher! Alex und ich wir kommen aus den Sorgen nicht heraus - Erich ist außer der Tour Rittmeister geworden - Commandant sämmtlicher Autos der IV Armee - ist außerordentlich brauchbar, und glaube ich sehr beliebt und geschätzt - merkwürdig wie das Soldatenblut in ihm zur Geltung kommt - wie ruhig er ist - sagte mir Zwischen andern von seinem durchrasen eines Schlachtfeldes (ich glaube bei Komarow) ohne der geringsten Nervenaufregung- Wir sind selig ihn da zu haben, er hat (da momentan etwas Ruhe ist), einen Urlaub in Auto Angelegenheiten - Gabriele ist gekommen und sie fahren nächstens zu den Kindern - dann wird er zurück müssen, Gott beschütze mir ihn - und Gott beschütze mir Pascha der seit dem 28ten Juli am südlichen Kampfplatz ist - mir sehr interessante Briefe schreibt, auch sehr belobt wurde und Oberleutnant geworden ist. Comme j‘ai faim et soif de lui - das können Sie sich denken - Aber ich denke auch viel an Sie, lieber D. S. - und nach Ihrem Brief fürchte ich daß Sie jetzt, wieder irgendwie in unangenehmen Verwickelungen hineingekommen sind - ? Natürlich verstehe ich nicht recht was los sein kann, aber, hätten Sie Ihr Herz ausgeschüttet so hätte ich mein möglichstes gethan um Sie wieder zu beruhigen - obwohl ich selbst - aber von mir reden ist uninteressant. Dafür werde ich Ihnen von Kassner und seiner Frau erzählen - Ich bin mir noch nicht im Klaren was ich davon sagen soll; er sieht gut aus, und sehr zufrieden - sie ist still so viel ich seh - eher hübsch, macht einen distinguirten tactvollen Eindruck - [ ............. ] Schreiben Sie doch D. S. und geben Sie mir Ihre Adresse in München, warum kommen Sie nicht ein bissl her? Ich werde zwar nächstens auf ein paar Tage nach Duino müssen. Die allerherzlichsten Grüße MT
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