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“Dottor Serafico. Ich sitze hier sehr gemütlich…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Data completa:

1913 nov. 17 ?

Descrizione:

Briefwechsel: n. 176

Trascrizione:

Dottor Serafico - Ich sitze hier sehr gemüthlich mit Mutter und Tochter Valmar(ana)und wir lamentiren fort Sie nicht da zu haben. Vielen Dank für Ihren letzten Brief - der mich aber gar nicht freut erstens weil Sie nicht kommen und zweitens weil Sie, wie mir scheint, auch in Paris nicht die nöthige Ruhe und Erholung finden - Wenn ich eine baguette magigue hätte möchte ich Sie nach Venedig transportiren D S! in meiner kleinen Wohnung könnten Sie mit der Gigietta ganz ruhig hausen, Fritz, Valmaranas, und Brown als eventuelle Zerstreuung - und ansonsten Niemanden zu retten haben! Ich glaube das wäre das Beste für Sie. Freilich sind die Valm(aranas) und Browns in so ferne unsicher daß sie vielleicht mit uns die Egypten Reise machen, aber das Ganze ist noch unsicher und wäre so wie so nur bis ungefahr Mitte Februar. Ich kann noch nicht klar sehen, -auch mit der Dahabeah sind Schwierigkeiten wegen dem enormen Verkehr - hoffe daß Alex diese Woche herkommt und wir dann alles bestimmen. Auch Pascha ist weg, kommt aber morgen abends. Er hat große Jagden in Ungarn gehabt. Hier schicke ich Ihnen zwei merkwürdige ital(ienische) Gedichte von Brown. Er versichert mich daß nicht er sie gedichtet hat, und sein italienisch ist auch nicht darnach. Er hat das Gefühl sie wurden ihm dictirt. Ich finde sie, besonders das eine (nembi) wirklich schön. Hier auch die Übersetzung der II Elegie - Es war schauerlich schwer, und ich war gezwungen, um es lateinischen Köpfen verständlich zu machen, etwas zu verlängern - ich meine nicht die wunderbare Knappheit beizubehalten besonders am Ende - P(adre) Ghignoni liebt beide Elegien und es war erfreulich wie ihn einzelne Dinge - gerade schöne wichtige - frappirten. Wenn ich jemals länger in Venedig bin werde ich mir ihn kommen lassen und wir wollen zusammen die Episteln vom H. Paulus lesen - Er übersetzt sie direct aus dem griechischen, sagt die lateinische Übersetzung ist schandvoll. - Wollen Sie also wirklich Ihre Scheidung heuer durchführen? eigentlich warum? Ich fürchte es wird Ihnen viele Seccaturen und Aufregungen verursachen. - Ja à propos so lange Pascha nicht da ist kann ich nichts wegen den Büchern machen - ich weiß nicht wo er sie hat. Ich werde Ihnen dann gleich darüber schreiben. Miss Greenham sagt sie hätte Ihnen Ihre Bücherkiste geschickt? Soeben, nach einigen argen Sciroccotagen scheint die Sonne! Hurrah! Wie verstehe ich den «Echnaton» - ich werde ihm eine extra-Visite machen wenn ich wirklich dazu komme - Ich muß jetzt schließen - im nächsten Brief kriegen Sie eine Strafpredigt! Die allerherzlichsten Grüße MT
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