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“Serafico carissimo. Endlich fange ich den versprochenen Brief an…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Data completa:

1922 gen. 26

Descrizione:

Briefwechsel: n. 354

Trascrizione:

Serafico carissimo - endlich fange ich den versprochenen Brief an, weiß aber nicht ob ich ihn fertig mache - denn ich erwarte einige Leute, darunter Kassner zum Gabelfrühstück und nachmittags gehe ich zu Sophie Öttingen. Das ist für mich eine große ressource daß sie da ist, denn sie ist weitaus die angenehmste Frau in Wien. Aber ich soll 29-1 (Sonntag) Was sollte ich? das wissen die Götter! ich bin unterbrochen worden, und erst heute komme ich dazu weiter zu schreiben, und natürlich habe ich keine Ahnung mehr was ich sagen wollte! Von Kassner werde ich Ihnen erzählen daß ich ihn viel sehe. Er wohnt hier in der Nähe, bei seiner Schwiegermutter, aber er ist allein, sie blieb in Bayern. Trotzdem scheint er mir sehr guter Dinge. Ich finde aber sie sind viel auseinander in der letzten Zeit! K(assner) erwartet dieser Tage sein neues Buch; er hat uns Wunderbares davon gelesen gehabt in Lautschin. Wir hören auch viel Musik zusammen. Letzthin ein Conzert von d'Albert das wirklich wie ein Orkan alles mitriß. Dieser Tage kommt unser guter Kerschbaumer; spielt am 2ten mit Orchester, am 9ten allein. Er hat riesige Fortschritte gemacht in der letzten Zeit, und ist wirklich ein ganz großer Musiker. Aber leider dabei unbeschreiblich unpraktisch! Alex kommt auch morgen zurück - Pascha sitzt in Mzell und richtet es sehr hübsch ein; später geht er wahrscheinlich nach Ragusa. - Olga Dietrichstein und Kinder habe ich gesehen, aber sie sind im «Tanzwirbel» so erblickt man sie nicht so viel als ich es wünschen würde. Aline und ihr Mann waren früher da. Kassner behauptet es geht nicht sehr gut - das wäre mir schrecklich leid. - Heute abends gehe ich wieder zu Sophie Öttingen; De Vaux kommt hin, und ich soll Ihre Elegien mitbringen - .... ?? Wir haben letzthin viel von Ihnen gesprochen, lieber Serafico! Auch Hofmannsthal habe ich gesehen; er war vor ein paar Tagen hier zum Gabelfrühstück mit seiner Frau. Morgen soll er einen Vortrag halten in der Albertina. Jetzt muß ich aber schließen. Verzeihen Sie einen sehr dummen Brief, aber ich bin zwanzig Mal gerufen worden!! Die allerherzlichsten Grüße MT
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