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“Lieber Serafico. Gestern abends Ihr Telegramm…”

Sottoserie:

Lettere di Marie Thurn und Taxis a Rainer Maria Rilke

Segnatura:

49

Data completa:

1912 ott. 15

Descrizione:

Briefwechsel: n. 121

Trascrizione:

Lieber Serafico - gestern abends Ihr Telegramm und heute Ihren Brief - Niemand ist hier gewesen außer vor einigen Tagen ein Herr der seinen Namen nicht sagte und nach Ihnen frug - Ihre Pariser Freundin ist doch eine Gans - denn durch den Russen hätte sie gewiß Marthe's Adresse erfahren, und hätte es Ihnen sagen sollen - Welche complication und wie mir leid ist um das arme Kind - Ich denke fast ich würde sie erkennen - aber das ist eine schwache Hoffnung- Daß Ihre kleine Tochter so herrlich ist freut mich riesig - und auch darauf sie kennen zu lernen - Aber - «eine große Liebende» soll sie werden - dieses Martirium soll ihr beschieden sein?? Ich schreibe Ihnen nur in größter Schnelligkeit damit Sie Nachrichten haben oder vielmehr erfahren daß keine Nachrichten da sind - Wenn ich nur eine Ahnung hätte wo wir das Kind suchen sollen - und jetzt fällt mir ein daß ich nicht ihren zweiten Namen weiß? Ich hoffe Sie entdecken die Adresse und schicken Sie mir sie sobald als möglich - Die Fürstin Bibesco ist ein Traum - vorgestern gegen abends habe ich ihr die drei Gedichte und die beiden Elegien vorgelesen - sie versteht Deutsch und spricht es ganz gut - sie war so ergriffen daß ihre schönen großen Augen voller Thränen waren - Sie sieht einer kleinen egyptischen Gottheit ähnlich - heute fährt sie weg - Ich denke am zo1en in München zu sein. Vielleicht finde ich Sie?? - Die Planchette hat nicht mehr gesprochen - der Traum war es glaube ich. Alles alles Herzliche MT
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